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Meine Kommentare im Hier, Jetzt und Heute, auch über gestern und morgen.



Artikel mit Tag 'Gesellschaft'

Biometrischer Pass

Montag, 6. April 2009, 10:00 | Politik | von: Theddy

Jetzt sind die Warnungen mehr und mehr zu lesen, warum wir die Einführung des biometrischen Passes nicht ablehnen sollten: Das Schengen-Abkommen käme in Gefahr, die Zeit wäre zu kurz, eine neue Vorlage zu erarbeiten und für USA-Reisende würde wieder die Visumspflicht eingeführt. Alles also Gründe, die bei der Ablehnung dieses neuen Passes Probleme machen würden.

Nur: Warum will die Schweiz eigentlich immer wieder europäischer als die EU sein? Warum hat man die Vorgaben für die Einführung “besser” machen wollen und noch mehr reingepackt, als in den Vorgaben der EU waren? Schengen schreibt die zentrale Datenspeicherung nicht vor (Deutschland hat das auch nicht) und auch die biometrische ID ist nicht vorgesehen. Aber genau das sind die Punkte, die die Ablehnung des biometrischen Passes begünstigen – offenbar hat man aus der Fichenaffäre immer noch nichts gelernt. Es werden schon zu viele Daten über die Bürger gesammelt, warum jetzt hier wieder die Sammler bevorzugt werden sollen, ist nicht ersichtlich. Hätte man einfach stur die Vorgaben der EU umgesetzt, dann wäre die Einführung des neuen Passes bestimmt kaum gefährdet. Aber eben…

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Eine andere Welt

Dienstag, 2. September 2008, 12:39 | Gesellschaft | von: Theddy

Kindergarten wird abgeschafft – Der Aargauer Grosse Rat hat das Schulgesetz zur Eingangsstufe in erster Lesung zu Ende beraten. Der bisherige Kindergarten wird abgeschafft und in allen Gemeinden soll der integrative Schulunterricht eingeführt werden.

Wie schon im vorherigen Beitrag geschrieben – ich werde ganz offensichtlich langsam alt, sehr alt – ich begreife meine Zeit und Welt immer weniger. Jetzt soll also auch der Kindergarten abgeschafft werden – die Kinder sollen also schon ganz früh fit für unsere Leistungs- und Ellenbogengesellschaft gemacht werden. Tja, wenn es so weiter geht, wird wohl auch bald die Kinderarbeit abgeschafft – im Zeitalter der Selbstverantwortung sollen die doch auch ihre Verantwortung übernehmen – und die “Scheinkinder”, die die Politik auch entdecken wird, sollen entsprechend therapiert werden – schliesslich ist “Kindheit” ja eine Erfindung, die gar noch nicht so lange besteht.

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Ewig lockt das liebe Geld

Dienstag, 2. September 2008, 11:30 | Gesellschaft | von: Theddy

Der 31-jährige Zürcher Tim Steiner ist der erste Mensch, der seine tätowierte Haut verkauft hat. 150 000 Euro zahlte ein Sammler, um über das Gemälde des belgischen Konzeptkünstlers Wim Delvoye verfügen zu dürfen – über Steiners Tod hinaus.

Zu was allem man(n) fähig wird, wenn das liebe Geld lockt, ist da wieder einmal deutlich zu erkennen – da kann man eigentlich nur den Kopf schütteln. Es ist hier zwar “nur” die Haut, die da verkauft wird – wie lange aber wird es wohl gehen, bis auch die Seele zum Verkauf angeboten wird? Bisher kannten wir solches nur aus Märchen – aber es scheint fast so, als würden diese erfundenen Geschichten auch Wahrheit werden. In den Märchen wird die Seele an den Teufel verkauft – wenn der Teufel Synonym mit Geld ist, dann wird in diesem Beispiel also auch die Haut an diesen verkauft. Tja, manchmal begreife ich meine Zeit und meine Umwelt nicht (mehr).

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Komische Vergleiche

Sonntag, 31. August 2008, 11:30 | Gesellschaft | von: Theddy

Jetzt haben diese Saufgelage, die von den Medien ziemlich in den Vordergrund gerückt wurden, in verschiedenen Schweizer Städten stattgefunden. Auf verschiedenen Online-Medien konnte man als Leser auch seine Kommentare abgeben. Die allermeisten waren einem Schwarz-Weiss-Muster zuzuordnen. Die eine verurteilen diese Gelage, andere sehen darin nichts Besonderes – Zwischentöne habe ich fast keine gelesen.

Ich hatte mich vor ein paar Tagen auch gegen diese Orgien ausgesprochen und ein paar Kommentare erhalten. Ein Einwand war immer wieder, dass es ja verschiedene andere Saufgelage gäbe – Sommerfeste, Sechseläuten, Schützen- und Turnfeste usw., aber da würde niemand was sagen. Ja sicher, das ist so. Nur habe ich immer meine Mühe, wenn man etwas Negatives mit etwas gleich Negativem legitimieren will – das geht mir zu sehr nach dem Muster “Hansli tut auch”. Das überzeugt mich nicht, ich sehe auch heute keinen Sinn in so einem Anlass.

Ein weiteres Argument war, dass es sich bei diesen Gelagen um einen Protest der Jungen gegen die Alten handleln würde oder es solle als Provokation verstanden werden. Aber auch das Argument will mir nicht einleuchten: Klar hat es die Provokation der Jungen gegenüber den Alten immer gegeben – aber bisher hatten solche Provokationen auch einen Inhalt, eine Botschaft. Es wurde für oder gegen etwas protestiert – aber diese Saufgelage haben gar keinen Inhalt – es wird einfach nur gesoffen, ohne eine Botschaft zu transportieren (oder gibt es doch eine, nur habe ich sie nicht verstanden?).

Zusammenfassend: Auch die zwei geschilterten Argumente, nicht gegen dieses organisierte Trinken zu sein, haben mir auch bis heute nicht überzeugt. Aber ich bin immer noch offen für Argumente, die mir dann vielleicht enleuchten werden.

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Nackte Manager

Freitag, 30. November 2007, 08:58 | Gesellschaft | von: Theddy

Offenbar ist es in unserer übersexualisierten Gesellschaft ein boomendes Geschäft, Kalender mit nackten Personen auf den Markt zu werfen. Heute lese ich gerade in einer Notiz von der neusten Errungenschaft aus diesem Bereich: Es geht um einen Biker-Kalender mit Nacktbildern von Frauen und Männer mit ihrem Fahrrad. Vor paar Tagen gingen Bilder durch die Medien von einem Kalender (Ice on Fire) mit nackten Skilehrern und Skilehrerinnen. Und da war doch noch etwas mit Studentinnen (Campus Girls Kalender) und Bäuerinnen, die sich auch fast hüllenlos ablichten liessen, manchmal sogar für “einen guten Zweck”. Oder da war vom “Body-Painting-Kalender” die Rede, sogar gab es einen Bericht, sich selber ablichten zu lassen für den erotischen Kalender unter dem Weihnachtsbaum – die Photographen hätten alle Hände voll zu tun, kann man heute lesen. Ich weiss ja nicht, wie lange dieser Boom anhält und wer sich da noch so alles (fast) hüllenlos vor die Kamera wagt. Die Aktion mit Nationalratskandidaten und Kandidatinnen in Unterwäsche auf Reklamewänden ist ja auch schon durch. Wie lange muss man wohl warten, bis es den ultimativen Kalender mit nackten Managern gibt?

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SUV-Fahrer und Parkplätze

Dienstag, 27. November 2007, 11:58 | Alltag | von: Theddy

Heute gegen Mittag musste ich ein paar wenige Besorgungen im kleinen Einkaufszentrum im Nachbarort machen. Hinten am Gebäude gibt es einen kleinen Parkplatz mit etwa 40 Plätzen, relativ eng halt und die Parkfelder sind auch nicht sehr breit. Beim Aus- und beim Einsteigen konnte ich verschiedene Frauen und Männer beobachten, die versuchten, ihre riesen Autos – genannt SUV’s – zu parkieren oder wieder aus dem Parkfeld zu fahren. Einer hatte schon bei der Einfahrt seine liebe Mühe, die Kurve zu kriegen und das anschliessende Einparkieren war lustig anzusehen. Dann behinderten sich zwei SUV’s gegenseitig – und es ging gar nichts mehr. Beim Verlassen des Einkaufszentrums sah ich dann auch, dass die Parkplätze einem SUV-Fahrer offenbar zu eng sind – er oder sie belegte einfach deren zwei. Ich finde es absurd und auch lächerlich, bei uns im Flachland solche Fahrzeuge zu haben und zu fahren. Das ist das eine – das andere: Ganz offensichtlich sind viele Frauen und Männer mit diesen Fahrzeugen auch schlicht überfordert. Wahrscheinlich kommt jetzt dann bald die Forderung, der Parkplatz müsse vergrössert und die Parkplätze verbreitert werden, damit diese Ungetüme reinpassen. Ich weiss, ich bin völlig daneben – der Verkauf von solchen Fahrzeugen boomt – jedermann und jederfrau meint, besonders “sicher” in solchen Blechkisten zu sein. Dass sie aber andere in Gefahr bringen, weil sie so unsicher damit umgehen, wird natürlich ausgeblendet. Das alles ansehen zu müssen, hat mich auf der einen Seite einmal mehr verärgert und auf der anderen Seite fand ich es auch irgendwie tragisch und auch lächerlich – warum tut man(n) und frau sich sowas an? Mein Polo hatte im Parkplatz nicht die geringste Mühe – und ich als Fahrer auch nicht.

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